«Du sollst nicht betonieren»

31.05.2022

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Der Wind hat gedreht. Über Nacht wurden die Architekten grün. Der Holzbau wird zum Megatrend, Beton und Stahl geraten wegen des CO₂-Problems in Verruf. Architekturkritiker und Kolumnist Benedikt Loderer stellt zehn Gebote für die neue Architektur auf und erklärt, wieso heute auf Beton verzichtet werden sollte. Hier erfahren Sie, wieso wir die Meinung von Herrn Loderer teilen.

Die ganze Architekturkolumne von Benedikt Loderer finden Sie in der Berner Zeitung und weiteren Zeitungen. Hier zeigen wir auf, wieso wir mit dem 3. Gebot von Benedikt Loderer so einverstanden sind. Stahl und Beton sind die dominierenden Baustoffe – und sie sind sehr CO₂-intensiv. Allein die Zementwerke in der Schweiz sind für gut 6 Prozent des nationalen CO₂-Ausstosses verantwortlich. Das macht die Baubranche insgesamt zu einem Klimasünder. Die Betonbranche hat das Problem erkannt und arbeitet daran, den Anteil des konventionellen Klinkers im Zement zu reduzieren. Die Möglichkeiten dazu sind allerdings begrenzt: Es verbleiben immer die Prozessemissionen, die beim Brennen von Kalkstein entstehen. Nur aufwändige und teure «Carbon Capture»-Methoden, bei denen das CO₂ direkt am Hochkamin abgeschieden werden soll, können künftig die CO₂-Emissionen der Zementproduktion reduzieren.

CO2-Emissionen Schweizer Zementwerke

In den letzten 20 Jahren waren die CO₂-Emissionen der Schweizer Zementwerke auf einem konstant hohen Niveau bei jährlich gut 2.5 Millionen Tonnen CO₂. 


Ganz anders sieht das beim Holzbau aus: Ein Baum speichert dank der Photosynthese während des Wachstums in seinen Ästen, im Stamm und im Wurzelwerk bis zu zwanzig Tonnen CO₂. Das entspricht etwa dem CO₂-Ausstoss von 150'000 Autokilometern. Der Schweizer Wald entlastet so unsere Luft jährlich um zehn Millionen Tonnen CO₂. Die Frage ist nur, ob wir dieses CO₂ auch nutzen können. Denn: Beim Verbrennen oder Verrotten eines Baumes wird die gleiche Menge wieder freigesetzt. Das Ziel ist, den Kohlenstoff über den Lebenszyklus eines Baumes hinaus zu speichern. Genau dafür setzt sich Timbatec seit über zwanzig Jahren ein. Eingesetzt in den Tragstrukturen von Gebäuden bleibt das CO₂ im verbauten Holz gebunden. Damit leisten Holzgebäude als CO₂-Speicher einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, denn ein Kubikmeter Bauholz speichert rund eine Tonne CO₂. Dieser Kohlenstoffspeicher wird heute anerkannt. 


Neue KBOB-Zahlen publiziert

Die aktualisierten und erweiterten KBOB-Listen ‹Ökobilanzdaten im Baubereich› sind seit Ende April publiziert. Detaillierte Informationen zu den Listen finden Sie auf der Webseite der KBOB oder der Lignum


Die neuen KBOB-Daten bilden wie die Vorgängerversion die Umweltbelastungspunkte, die Primärenergie und die Treibhausgasemissionen ab. In verschiedenen Bereichen haben Korrekturen stattgefunden, um die theoretischen Werte der Realität anzunähern. Brettsperrholz und andere Holzprodukte sind in den genannten Kriterien rund 25% bessergestellt, als in den Vorgängerdaten. Auf der anderen Seite werden Betonprodukte heute deutlich umweltschädlicher eingestuft. Hochbaubeton (ohne Bewehrung) wurde in den alten Datengrundlagen mit 94.3 Umweltbelastungspunkten beziffert, neu sind es 154.0 Punkte. Das ist ein Anstieg von rund 50%. 


Wesentliche Neuerungen Kohlenstoffspeicher 

Der politische Diskurs hat sich von CO₂-Ausstoss zu CO₂-Speicherung verschoben. Neu wird daher auch der in Baumaterialien und Bauelementen enthaltene biogene Kohlenstoff (in kg C) aufgeführt – also das CO₂, welches von Pflanzen aufgenommen und als Baustoff während der gesamten Nutzungsdauer im Gebäude gespeichert bleibt. Diese Angabe wurde bis anhin in den KBOB-Rechnungsregeln ausgeblendet, neu kann laut KBOB jedes Kilo verbautes Konstruktionsvollholz einem Kohlenstoffspeicher von 0.45 kg gleichgesetzt werden.


Indirekter Gegenvorschlag zur Gletscher-Initiative im Nationalrat

Das Stimmvolk hat letztes Jahr das CO₂-Gesetz knapp abgelehnt. Seither wird auf allen politischen Ebenen nach Lösungen gesucht, wie die Klimaerwärmung eingedämmt werden kann. Der Bundesrat hat Anfang Monat die revidierte CO₂-Verordnung gutgeheissen. Sie verhindert eine Regulierungslücke bis zum Inkrafttreten des totalrevidierten CO₂-Gesetzes ab 2025. Neu sind auch Klimaschutzprojekte zugelassen, bei denen CO₂ dauerhaft in biologischen oder geologischen Speichern gebunden wird. Damit kann jetzt die Senkeleistung des Waldes in Wert gesetzt werden. Mehr dazu Wald Schweiz. 


Die Umweltkommission des Nationalrates hat sich Ende April klar für einen griffigen indirekten Gegenvorschlag zur Gletscher-Initiative ausgesprochen. Das Ziel von Netto-null-Treibhausgasemissionen bis 2050 soll zum Gesetz werden, konkretisiert durch Zwischenziele und sektorielle Richtwerte. Mit diesem indirekten Gegenvorschlag zur Gletscher-Initiative will die Kommission möglichst rasch eine griffige Klimazielsetzung im Schweizer Recht verankern. Die Sektoren Gebäude und Verkehr sollen bis 2050 überhaupt kein CO₂ mehr ausstossen, die Industrie soll bis 2050 ihre Treibhausgasemissionen um 90% reduzieren. Die einzige Möglichkeit dieses ambitionierte Ziel zu erreichen ist, beim Bau künftig auf Stahl, Beton und Backstein zu verzichten.

 
 
 

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