deDeutsch10.09.2026
Vier Projekte mit Ingenieurleistungen von Timbatec wurden beim «best architects 27 award» ausgezeichnet. Die prämierten Bauten in Baar, Zürich und Ittigen zeigen die Bandbreite anspruchsvoller Holzbauplanung – vom 35 Meter spannenden Mega-Holzfachwerk bis zur behutsamen Weiterentwicklung historischer Bausubstanz.
Der «best architects award» zählt zu den führenden Architekturauszeichnungen Europas und zeichnet realisierte Projekte mit besonderer architektonischer Qualität und eigenständiger gestalterischer Haltung aus. Für den «best architects 27 award» wurden knapp 400 Projekte eingereicht, 80 davon erhielten eine Auszeichnung. Bewertet wurden die Arbeiten von einer internationalen Jury aus Jan Bohnert, Antoine Santiard und Christian Weyell.
Gleich vier Projekte, an denen Timbatec beteiligt war, gehören zu den ausgezeichneten Arbeiten. Sie stehen exemplarisch für unterschiedliche Aufgabenstellungen zwischen Neubau, Wohnungsbau, öffentlichem Bau und dem sorgfältigen Umgang mit bestehender Bausubstanz. Die offizielle Gewinnerliste bestätigt alle vier Projekte in ihren jeweiligen Kategorien.
Über der Dreifachturnhalle trägt ein 35 × 50 Meter grosses Mega-Holzfachwerk zwei komplette Schulgeschosse. Das komplexe Primär- und Sekundärtragwerk kombiniert Holz und Stahl und macht die aussergewöhnliche Überspannung überhaupt erst möglich.

127 Wohnungen verbinden eine hochwertige Architektur mit einer konsequent entwickelten Holz-Hybridbauweise nach Minergie-P-Eco. Betondecken, Holzrahmen-Fassadenelemente und integrierte Brettschichtholzstützen nutzen die jeweiligen Stärken der Materialien gezielt aus.

Ein bewusst einfach gehaltener Holzrahmenbau macht aus einem wenig beachteten Ort hinter dem Zürcher Hauptbahnhof einen neuen Ankunfts- und Aufenthaltsort. Weil das Gebäude als Provisorium konzipiert ist, wurde die Konstruktion mit rohen Materialien und nach dem Prinzip «Design for Disassembly» entwickelt.

Die ehemalige Teigwarenfabrik von 1843 wurde weitergebaut, ohne ihren historischen Charakter aus Holz und Sandstein zu verlieren. Ein Vierendeelträger aus Brettschichtholz und Stahl löst die anspruchsvolle Lastabtragung bei geringer Raumhöhe und konnte weitgehend unsichtbar in die bestehende Deckenkonstruktion integriert werden.

Die vier Auszeichnungen zeigen zugleich, wie unterschiedlich gute Architektur und Ingenieurplanung zusammenspielen können: beim weitgespannten Holztragwerk eines Schulhauses ebenso wie beim grossmassstäblichen Wohnungsbau, einem rückbaubaren Provisorium oder bei der statischen Ertüchtigung eines Baudenkmals.