Schweizweit erster Keller aus Holz

03.06.2021

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Der Hochbau trägt entscheidend zum Erreichen der Klimaziele bei, wenn er vollständig auf Stahl und Beton verzichtet. Der nächste logische Schritt ist der Verzicht auf diese Baumaterialien in Untergeschossen. Timbatec hat gemeinsam mit der Timber Structures 3.0 AG und weiteren Wirtschaftspartnern in Thun den schweizweit ersten Keller aus Holz erbaut. Jetzt läuft ein Forschungsprojekt dazu.

Dieses Pilotprojekt wird von der Berner Fachhochschule BFH AHB intensiv erforscht und begleitet. Das gemeinsame Engagement führender Innovationsträger führt dazu, dass künftig Untergeschosse aus Holz zum Standard werden können.



Executive Summary Forschungsprojekt

Mit Inkrafttreten der Brandschutzvorschriften 2015 ist es möglich, Untergeschosse in Holz zu erstellen. Der neue Einsatzbereich wurde mit der Aufhebung der Nichtbrennbarkeitsanforderung für Konstruktionen unter Terrain geschaffen. Das System Untergeschosse in Holz revolutioniert die heutige, betonlastige Bauweise und nutzt die vorhandenen Möglichkeiten der aktuellen Abdichtungstechnik für Flachdächer und den Teichbau. Geschickt kombiniert mit dem Fachwissen fortschrittlicher Holzbauunternehmungen kann so dem Holz sprichwörtlich mehr Tiefe gegeben werden.


Gegenüber den auf dem Markt angebotenen Fertigbetonkellern benötigt das System Untergeschosse in Holz keine Bodenplatte in Ortbeton, sondern wird als Gesamtsystem angeboten. Die Schnittstelle zwischen Baumeister und Holzbauer entfällt zugunsten eines Effizienzgewinns. Im Weiteren wird durch die Substitution von Beton durch Holz die graue Energie eines Gebäudes deutlich reduziert. Durch den Einsatz einer robusten und vorkonfektionierten Abdichtung und vorgefertigten Holztafelelementen, wird die Erstellung eines Kellers für ein Einfamilienhaus innerhalb von wenigen Stunden ermöglicht. Dieser Zeitgewinn erhöht sich zusätzlich durch die trockene Bauweise gegenüber vor Ort gegossenen Systemen.

Keller aus Holz

Untergeschosse aus Holz treffen den Nerv der Zeit. Bis heute gingen bei Timbatec und bei TS3 bereits zahlreiche Anfragen ein. Bis zur Gründung des neuen Start-ups werden solche Anfragen von Timbatec betreut und geplant.


Businessmodell 

Aus dem Kreis der Wirtschaftspartner wird nach Abschluss des Forschungsprojektes ein Start-up gegründet, welches als Systemhalter und Garantiegeber am Markt auftritt. Die Firma wird Teil der Timbagroup Holding und wird voraussichtlich ab 2023 operativ tätig sein. Ab dann bietet sie Untergeschosse in Holz im Bereich von bis zu vierseitig im Terrain liegenden Geschossen mit unterschiedlicher Nutzung als System an. Das Start-up liefert Untergeschosse aus Holz als Totalunternehmer ab dem Vorprojekt bis zur Bauausführung. Der Auftraggeber kann durch Ausleihe von Personal und Ausrüstung seinen Umsatz sowie die Wertschöpfung steigern und eliminiert gleichzeitig eine arbeitsintensive und fehleranfällige Schnittstelle zum Untergeschoss in Beton. Das Risiko wird vollumfänglich durch die neu gegründete Firma getragen. An einem gesicherten Pilotprojekt werden die Annahmen überprüft und angepasst, sowie die Umsetzung komplett nachvollziehbar dokumentiert.


Das Projekt in Thun

Ansicht und Schnitt Gebädue BMW15

Der 25 Meter lange und acht Meter breite Holzbau steht auf dem Untergeschoss mit Brettsperrholzplatten und wird im Rahmen eines Innosuisse-Forschungsprojekts zusammen mit der Berner Fachhochschule BFH AHB Biel begleitet.


TS3-Monocoque Bauweise 

Das Untergeschoss wird vollständig aus Brettsperrholz erstellt. Alle Bauteile werden in TS3-Bauweise zu grossflächigen Platten verbunden und bilden damit ein Monocoque. Im Innenraum werden nicht tragende Holzständerwände, Kellerabteilwände aus Dreischichtplatten und tragende Stützen aus Buchenholz erstellt.


Statisches Konzept

Im Untergeschoss werden die vertikalen Lasten über die Aussenwände und die Stützenreihe (5 Stützen bei 2.20 m ab Rückwand) abgetragen. Die Decke über dem Untergeschoss dient als vollflächige Abfangdecke für die darüberliegenden Geschosse. Horizontale Kräfte werden über die Aussenwände in die Decken-, beziehungsweise Bodenplatten eingeleitet. Die Bodenplatte ist als Flachfundation ohne Verstärkungen ausgebildet. 


Schichtaufbau 

Die erdberührte Gebäudehülle besteht aus einer druckfesten Dämmung, mehreren Vlies- und Dichtigkeitsschichten, die ausserhalb der Brettsperrholzplatten verlegt wurden. Die Brettsperrholzplatten bleiben innen sichtbar und zugänglich. Zur Kontrolle der Holzfeuchtigkeit im Brettsperrholz wurde vollflächig eine Feuchtemonitoring-Schicht eingebaut.


Fertiges Gebäude
 
 
 

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