Infrastrukturbau als Dekarbonisierungsbeitrag

06.12.2021

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Die Motion „Erforschung und Innovation des Werkstoffs Holz für den Einsatz im Infrastrukturbau als Dekarbonisierungs-Beitrag“ wurde im Ständerat und im Nationalrat angenommen. Nun gilt es im Infrastrukturbau den Stahlbeton durch CO₂-speichernde Materialien wie Holz zu ersetzen. Timbatec freut sich auf diese spannende Aufgabe und unterstützt den Bund gerne dabei.

Der Infrastrukturbau zählt zu den grössten CO₂-Emittenten der Schweiz. Hauptursache ist der Einsatz von Stahlbeton. Die Zementproduktion trägt mit einem jährlichen CO₂-Ausstoss von etwa 2,5 Millionen Tonnen über 5 Prozent zum nationalen CO₂-Ausstoss bei. Für den Bau von Infrastrukturen, im Gebäude-, aber auch in anderen Bereichen wie beispielsweise im Strassensektor, liegen heute bereits verschiedene Lösungen mit Materialien vor, die bei der Herstellung nicht CO₂ produzieren, sondern speichern, wie zum Beispiel Holz. Ein Kubikmeter Holz speichert etwa 1 Tonne CO₂ langfristig. Bei fachgerechtem Einsatz ist Holz bei Infrastrukturbauten in allen Bereichen ein sehr langfristiger und auch kostengünstiger CO₂-Speicher.


Erste vielversprechende Anwendungsmöglichkeiten von Holz im Infrastrukturbau gibt es bereits. Die Wildtierüberführung Neuenkirch und Rynetel sind gute Beispiele dafür. Dennoch ist eine verstärkte Förderung von Forschung und Innovation nötig, damit rechtzeitig ein wesentlicher Beitrag zur Speicherung von CO₂ und zur Reduktion der CO₂ -Produktion geleistet werden kann.

Die Vorteile gegenüber dem derzeit diskutierten CCS (Carbon Capture and Storage, CO₂-Abscheidung und Speicherung) sind offensichtlich: Beim CCS bezahlt man einen hohen Betrag pro Tonne CO₂ für die reine Speicherfunktion, diese ist bei der Holzverwendung für die Infrastrukturerstellung im Preis inbegriffen, also sozusagen kostenlos. 


Die Motion „Erforschung und Innovation des Werkstoffs Holz für den Einsatz im Infrastrukturbau als Dekarbonisierungs-Beitrag“ von Lignum Präsident und Ständerat Jakob Stark sowie Nationalrat Erich von Siebenthal wurde am 15.06.2021 im Ständerat und am 30.11.2021 im Nationalrat angenommen.


Nun wird der Bundesrat beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Hochschulen und den einschlägigen Normenkommissionen die Möglichkeiten zur Dekarbonisierung des Infrastrukturbaus zu erforschen. Insbesondere ist zu prüfen bzw. anzustreben, Stahlbeton durch CO₂-speichernde Materialien zu ergänzen bzw. zu ersetzen. Die Erforschung und Innovation des Werkstoffs Holz für den breiten Einsatz im Infrastrukturbau soll im Vordergrund stehen. Timbatec hat zusammen mit der Berner Fachhochschule bereits eine solche Strategie ausgearbeitet und empfiehlt dem Bund und dem ASTRA in nachfolgend aufgezeigten neun Bereichen, künftig Holz anstelle von Stahlbeton einzusetzen. Bereits heute werden Wildtierüberführungen, Lärmschutzwände oder Brücken quer zur Achse in Holzbauweise erstellt. Wir sind überzeugt, dass mit entsprechender Forschungs- und Entwicklungsarbeit Holz bald auch bei Tunnelbauten oder bei Brücken in Achse eingesetzt werden kann.

Dekarbonisierungsstrategie

Forschungsstrategie für Infrastrukturbauten als Dekarbonisierungsbeitrag © Franke, Berner Fachhochschule 


Holz auf Österreichs Autobahnen 

Auch in Österreich sollen die Infrastrukturbauten künftig auf Stahl und Beton verzichten. Die ASFINAG, hauptverantwortlich für Österreichs Autobahnen und Schnellstrassen, hat die Vorteile von Holz erkannt. Das Unternehmen verfügt über eigenen Baumbestand, entlang der Straßen bzw. im näheren Umfeld davon. Ein Teil des Baumbestandes wird bereits als Biomasse verarbeitet, der brauchbare Gehölzbestand soll in Zukunft einer sichtbaren Nutzung als Bauholz zufliessen. In einem öffentlichen Call ruft das ASFINAG auf, Ideen einzureichen für neue Einsatzmöglichkeiten für Holz im Bereich der Autobahnen und Bundesstraßen. Timbatec hat zusammen mit der Berner Fachhochschule die gleichen neun Lösungen präsentiert, wie in der oben genannten Forschungsstrategie.

 
 
 

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